{"id":177,"date":"2007-07-30T13:27:47","date_gmt":"2007-07-30T11:27:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/?p=177"},"modified":"2011-07-29T10:16:05","modified_gmt":"2011-07-29T08:16:05","slug":"paraguay-%e2%80%93-argentinien-%e2%80%93-uruguay-%e2%80%93-ruckkehr-gran-chaco-%e2%80%93-filadelfia-%e2%80%93-asuncion-%e2%80%93-formosa-%e2%80%93-salto-%e2%80%93-el-ombu-%e2%80%93-montevideo-buenos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/?p=177","title":{"rendered":"Paraguay \u2013 Argentinien \u2013 Uruguay \u2013 R\u00fcckkehr Gran Chaco \u2013 Filadelfia \u2013 Asuncion \u2013 Formosa \u2013 Salto \u2013 El Ombu \u2013 Montevideo -Buenos Aires \u2013 Montevideo &#8211; Frankfurt"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem wir das Regenwaldgebiet verlassen haben und bereits zwei Tagen nach S\u00fcden in Richtung Paraguayische Grenze unterwegs sind, l\u00e4sst auch das feucht tropische Klima endlich nach. Wir befinden uns wieder in einer Region mit gem\u00e4\u00dfigten Temperaturen. Aber die n\u00e4chste extreme Landschaft wartet schon auf uns. Der \u201eGran Chaco\u201c. Mit seinen Dornenbuschsavannen und Trockenw\u00e4ldern streckt er sich vom S\u00fcden Boliviens \u00fcber Paraguay bis in den Norden Argentiniens hinein.<\/p>\n<div id=\"attachment_178\" style=\"width: 610px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild1ueberallwowirauftauchen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-178\" src=\"http:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild1ueberallwowirauftauchen.jpg\" alt=\"...\u00fcberall wo wir auftauchen verewigen sich Kinder kreativ auf unserer \u201eAu\u00dfenhaut\u201c\" title=\"...\u00fcberall wo wir auftauchen verewigen sich Kinder kreativ auf unserer \u201eAu\u00dfenhaut\u201c\" width=\"600\" height=\"389\" class=\"size-full wp-image-178\" srcset=\"https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild1ueberallwowirauftauchen.jpg 600w, https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild1ueberallwowirauftauchen-300x194.jpg 300w, https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild1ueberallwowirauftauchen-462x300.jpg 462w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-178\" class=\"wp-caption-text\">...\u00fcberall wo wir auftauchen verewigen sich Kinder kreativ auf unserer \u201eAu\u00dfenhaut\u201c<\/p><\/div>\n<p>Die S\u00fcd-Nord-Ausdehnung betr\u00e4gt 1500 Kilometer und mit seiner Fl\u00e4che von 647 500 Quadratkilometer ist der Chaco fast zwei Mal so gro\u00df wie Deutschland. Im Sommer ist diese Region extrem hei\u00df und trocken. Durch das kaum besiedelte Gebiet f\u00fchren nur wenige Stra\u00dfen. Die Menschen die hier leben sind meist Mennonitische Siedler die als Farmer leben und indianische Nomaden. Wir wollen den Gran Chaco auf der Trans-Chaco-Route von West nach Ost durchqueren. Bereits in Bolivien erkundigen wir uns \u00fcber die Fahrstrecke und den Zustand der Stra\u00dfen. Mehrere Male fragen wir und bekommen die verschiedensten Antworten. Auch auf unseren beiden Stra\u00dfenkarten sind unterschiedliche Routen eingezeichnet. Wir verlassen uns auf unser Bauchgef\u00fchl und fahren in Richtung \u201eCanada Oruro\u201c, einem kleinen Grenzdorf auf bolivischer Seite. Ein Bus mit Paraguayischen Kennzeichen kommt uns aus dieser Richtung entgegen und best\u00e4rkt unsere Entscheidung. Denn wenn der Bus es bis hierher geschafft hat, dann kann die Stra\u00dfe nicht so schlecht sein. Bevor wir die Grenz- u. Zollabfertigungsstation erreichen, m\u00fcssen wir durch Milit\u00e4rgebiet fahren mit den \u00fcblichen Kontrollen. Dann erneute Kontrolle bei der Grenzstation. Der wirklich nette Grenzbeamte fragt: \u201cHabt ihr gen\u00fcgend Wasser dabei?\u201c \u201eJa\u201c \u201e Habt ihr gen\u00fcgend Diesel dabei?\u201c \u201eJa\u201c \u201eHabt ihr gen\u00fcgend zu essen dabei?\u201c \u201eAuch das\u201c \u201e Von jetzt ab seid ihr alleine, bis nach Mariscal Escibarribia sind es in etwa 270 km, eine Strecke welche ihr unter normalen Umst\u00e4nden in ca. 4 Stunden schaffen k\u00f6nnt, wenn ihr euch aber auf der Strecke festfahrt oder verfahrt kann es Tage dauern, bis ihr in Mariscal ankommt.\u201c Das sind ja sch\u00f6ne Aussichten und sehr aufmunternd!! Au\u00dferdem weist er uns noch darauf hin, dass wenn wir Geld wechseln wollten, haben wir hier und sofort beim Ausgang noch mal die Gelegenheit. Da steht seine Ehefrau und wartet schon mit den Paraguayischen Geldscheinen in der Hand. Wir haben noch umgerechnet f\u00fcr 10 Euros Bolivianos \u00fcbrig und lassen diese bei der Frau des Wachmeisters wechseln. Sie haut uns nat\u00fcrlich \u00fcbers Ohr und tauscht sie uns zu einen unversch\u00e4mten Kurs. Dies war uns im Voraus klar, aber was sollten wir mit den paar Bolivianos in Paraguay anfangen. Nochmals 40 Kilometer bis zur tats\u00e4chlichen Grenze. Erneute Kontrolle von Bolivianischer Seite, dann von den Paraguayos. Da es schon dunkel wird, fragen wir den Comandante der Paraguayischen Milit\u00e4reinheit, ob wir heute Nacht neben dem Geb\u00e4ude zum \u00dcbernachten stehen k\u00f6nnten. Kein Problem, sie bieten uns sogar die Duschen und Toiletten an. Am fr\u00fchen Morgen kommt ein Grenzsoldat und m\u00f6chte erneut unser P\u00e4sse sehen. Er schaut sie durch und l\u00e4sst uns wissen da fehle zum normalen Ausreisestempel aus Bolivien der sogenannte \u201eTouristenstempel\u201c von den bolivianischen Beh\u00f6rden. Da wir diesen nicht haben kostet uns dieser pro Person 10 US-Dollar wenn wir weiter fahren wollen oder aber wir m\u00fcssen nach Bolivien zur\u00fcckfahren. Nat\u00fcrlich gibt es einen solchen Stempel nicht. Wir wussten von der Korruption der Paraguayischen Beamten, aber von diesem Trick hatten wir noch nichts geh\u00f6rt. Michaela nimmt ihm die P\u00e4sse wieder ab und ich frage ihn nach seinem Namen sowie Dienstgrad und schreibe mir diese auf . Ich lasse ihn wissen: wenn es schon einen solchen Stempel gibt dann werden wir die 10 US-Dollar gewiss nicht bei ihm, sondern im B\u00fcro der Emigration zahlen. Und schon waren wir auch dieses Problem los. Keiner hatte hinterher jemals wieder nach einem solchen Stempel gefragt. Schleunigst machen wir uns auf den Weg, denn wer wei\u00df was den \u201eBr\u00fcdern\u201c sonst noch alles einf\u00e4llt. Nach ein paar Kilometer sehen wir aus der Ferne ein dunkles Band. Es sieht aus wie eine breite Teerstra\u00dfe. Nun, es ist keine Fatamorgana, es ist eine breite Stra\u00dfe mit neuem Teerbelag. An einigen Abschnitten sind sie gerade noch am Bauen. Und wie sich sp\u00e4ter herausstellte, ist sie durchgehend geteert, die ganzen 700 Kilometer bis Asuncion. Von dieser nagelneuen Teerstra\u00dfe hat mit Sicherheit der nette und f\u00fcrsorgliche Grenzbeamte in Bolivien auch noch nichts gewusst.<\/p>\n<div id=\"attachment_179\" style=\"width: 610px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild2flaschenbaeume.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-179\" src=\"http:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild2flaschenbaeume.jpg\" alt=\"... Flaschenb\u00e4ume, typischer Baumwuchs entlang des Trans-Chaco\" title=\"... Flaschenb\u00e4ume, typischer Baumwuchs entlang des Trans-Chaco\" width=\"600\" height=\"389\" class=\"size-full wp-image-179\" srcset=\"https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild2flaschenbaeume.jpg 600w, https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild2flaschenbaeume-300x194.jpg 300w, https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild2flaschenbaeume-462x300.jpg 462w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-179\" class=\"wp-caption-text\">... Flaschenb\u00e4ume, typischer Baumwuchs entlang des Trans-Chaco<\/p><\/div>\n<p>Zuerst m\u00fcssen wir ins 230 Kilometer entfernte Mariscal Estigarribia, der n\u00f6rdlichsten Siedlung und milit\u00e4rischer Au\u00dfenstation Paraguays, wo bei der Emigration unsere Einreisedokumente erstellt werden.<br \/>\nEs geht weiter auf dem Trans-Chaco. Den ganzen Tag ist uns noch kein Auto entgegen gekommen. Vielleicht sind wir die einzigen die heute unterwegs sind. Es gibt viele verschiedene Tierarten hier im Gran Chaco, darunter Jaguare, Ozelote, Tapire, Ameisenb\u00e4ren. Zu Gesicht bekommt man diese Tier aber nur in den seltensten F\u00e4llen. Schlangen und Taranteln trifft man schon h\u00e4ufiger an.<\/p>\n<div id=\"attachment_180\" style=\"width: 610px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild3schlangen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-180\" src=\"http:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild3schlangen.jpg\" alt=\"... Schlangen sieht man h\u00e4ufig auf der Trans-Chaco-Route\" title=\"... Schlangen sieht man h\u00e4ufig auf der Trans-Chaco-Route\" width=\"600\" height=\"390\" class=\"size-full wp-image-180\" srcset=\"https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild3schlangen.jpg 600w, https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild3schlangen-300x195.jpg 300w, https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild3schlangen-461x300.jpg 461w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-180\" class=\"wp-caption-text\">... Schlangen sieht man h\u00e4ufig auf der Trans-Chaco-Route<\/p><\/div>\n<p>Unser n\u00e4chstes Ziel sind die Mennoniten-Kolonien. 1927 kamen die ersten deutschst\u00e4mmigen Mennoniten aus der Sowjetunion in die Abgeschiedenheit des Chacos. W\u00e4hrend der kommunistischen Herrschaft in Russland wurde die Religionsaus\u00fcbung verfolgt. Hier im Chaco konnten sie ihren Glauben frei ausleben. Mennoniten sind Mitglieder einer streng protestantischen Gemeinde, die ihr Leben nach der Bibel ausrichten. Heute leben in drei Kolonien \u00fcber 14 000 deutschsprachige Personen. Die meisten beherrschen nur die deutsche (zumeist plattdeutsche) Sprache. Das Zentrum bildet der Ort Filadelfia. Freunde von uns waren vor 18 Jahren hier in Filadelfia und gaben uns den Namen von einer Familie welche sie kennengelernt und bei denen sie \u00fcbernachtet hatten. Diese Familie wollen wir nun besuchen. Wir fahren an den ersten Bauernh\u00f6fen der Kolonie vorbei. Uns f\u00e4llt sofort die Ordnung und Sauberkeit auf. Eine alte Deutsche Tugend eben. Es ist Samstag Nachmittag, als wir im Zentrum von Filadelfia eintreffen. Der Ort wirkt wie ausgestorben. Ab Samstag Mittag sind ausnahmslos alle Gesch\u00e4fte geschlossen. Also keine Lebensmittel, noch nicht einmal einen Geldautomat k\u00f6nnen wir finden. Nach langem Suchen, treffen wir dann doch auf eine Gruppe von Jugendlichen die wir zwecks \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeiten auf Spanisch anreden. Aber sie sprechen nur deutsch und geben uns auf Deutsch die gew\u00fcnschte Auskunft. Da es schon Sp\u00e4tnachmittag ist, beschlie\u00dfen wir unseren \u00dcbernachtungsplatz zu beziehen und die Familie morgen zu suchen. Es ist schon seltsam zu wissen man ist irgendwo in S\u00fcdamerika und es sieht aus wie in einem kleinen norddeutschen Ort. Am n\u00e4chsten Morgen erfahren wir dann vom ehemaligen Arbeitgeber des Familienvaters, da\u00df dieser bereits verstorben und die Familie nach dessen Tod nach Deutschland zur\u00fcckgekehrt ist. Wir machen am selbigen Tag dann doch noch Bekanntschaft mit einem Mennoniten, der uns erz\u00e4hlt wie das Leben sich in dieser Kolonie sich so abspielt. F\u00fcr uns ein sehr interessantes und lehrreiches Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<div id=\"attachment_181\" style=\"width: 610px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild4ortshinweisschild.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-181\" src=\"http:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild4ortshinweisschild.jpg\" alt=\"... Ortshinweisschild mit deutschen Ortsnamen im Chaco\" title=\"... Ortshinweisschild mit deutschen Ortsnamen im Chaco\" width=\"600\" height=\"386\" class=\"size-full wp-image-181\" srcset=\"https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild4ortshinweisschild.jpg 600w, https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild4ortshinweisschild-300x193.jpg 300w, https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild4ortshinweisschild-466x300.jpg 466w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-181\" class=\"wp-caption-text\">... Ortshinweisschild mit deutschen Ortsnamen im Chaco<\/p><\/div>\n<p>Es geht weiter auf der Trans-Chaco-Route. Neben der Stra\u00dfe passieren wir immer wieder kleine Zeltd\u00f6rfer die aus Plastikplanen und Sperrm\u00fcll errichtet sind, in denen Indianerfamilien hausen. Gelegentlich bieten sie auch Arbeiten ihres Kunsthandwerks am Stra\u00dfenrand feil. Wir haben noch 460 Kilometer vor uns bis nach Asuncion, der Hauptstadt Paraguays bzw. bis zur Argentinischen Grenze. Nach dem Grenz\u00fcbertritt zu Argentinien \u00fcbernachten wir an einer Tankstelle bei Formosa, denn es ist bereits dunkel. Die Tankstelle hat einen kleinen Minimarket. Wir kommen uns vor wie im Schlaraffenland. Auf ein solch gro\u00dfes Sortiment an Lebensmittel mussten wir die letzten Monate verzichten und dies ist lediglich ein Minimarket. Wir wollen so schnell es geht nach Uruguay zu den Thermen und uns dann ein paar Tage einfach treiben lassen nach den vielen Kilometern der letzten Tage. Eine Menge W\u00e4sche steht zum Waschen an und einige kleine Reparaturen am Auto m\u00fcssen durchgef\u00fchrt werden. Bei Salto \u00fcberqueren wir die Argentinisch-Uruguayische Grenze.<br \/>\nUruguay ist ein kleines Land, bezogen auf seine Fl\u00e4che und der Anzahl der Einwohner. Es hat 3,4 Millionen Einwohner von denen die H\u00e4lfte in der Hauptstadt Montevideo und deren Umland lebt. Anders als in den restlichen L\u00e4ndern S\u00fcdamerika gibt es in Uruguay keine Ureinwohner mehr. Die Menschen hier sind meist Nachkommen europ\u00e4ischer Einwanderer oder sie sind selbst eingewandert. Ein Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung lebt von und in der Landwirtschaft bzw. Viehwirtschaft.<\/p>\n<div id=\"attachment_182\" style=\"width: 610px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild5bauernhof.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-182\" src=\"http:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild5bauernhof.jpg\" alt=\"... Bauernhof im Norden von Uruguay\" title=\"... Bauernhof im Norden von Uruguay\" width=\"600\" height=\"389\" class=\"size-full wp-image-182\" srcset=\"https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild5bauernhof.jpg 600w, https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild5bauernhof-300x194.jpg 300w, https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild5bauernhof-462x300.jpg 462w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-182\" class=\"wp-caption-text\">... Bauernhof im Norden von Uruguay<\/p><\/div>\n<p>Ach ja, dann ist da noch das \u201eReisemitbringsel\u201c aus Bolivien. Seit vielen Tagen plagt mich ein gro\u00dfes H\u00fchnerauge an der gro\u00dfen Zehe. Michaela begutachtet es und meint \u201edas ist mittlerweile schon so gro\u00df, es w\u00e4re besser dieses von einer Fachkraft oder einem Arzt entfernen zu lassen. Zumal es zu einer Infektion kommen kann\u201c. Ich glaube nicht, dass es ein H\u00fchnerauge ist und mache mich mit dem Leatherman an die Arbeit. Vorsichtig sch\u00e4le ich Schicht f\u00fcr Schicht die Hornhaut ab und schneide es anschlie\u00dfen auf. Zu unserer \u00dcberraschung, was kommt da zum Vorschein? Eine kleine wei\u00dfe Made, um die 5 Millimeter gro\u00df. Vorsichtig ziehe ich sie mit der Zange heraus und reinige das \u201eNest\u201c mit Jod. Da hat doch so ein Bist tats\u00e4chlich meinen Zeh als seinen Brutplatz ausgew\u00e4hlt und ihre Eier unter die Hornhaut meiner gro\u00dfen Zehe gelegt. Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck, die Wunde ist auf jeden Fall schnell und problemlos wieder verheilt.<br \/>\nUnser Weg f\u00fchrt uns zuerst zu den Thermen rund um Paysandu. Bei den Thermen von Almiron bleiben wir dann fast eine Woche. Die W\u00e4rme des Wasser tut uns richtig gut, denn seit Tagen ist es bitterkalt. Hier lernen wir eine nette Familie kennen. Rainer, ein Schweizer und seine Brasilianische Frau Josi sind vor 3 Jahren von Brasilien nach Uruguay ausgewandert. Wir werden von ihnen eingeladen. Sie leben mit ihren drei Kindern in einem kleinen Haus in der N\u00e4he von Young in einer kleinen deutschen Mennonitensiedlung namens El Ombu. \u00c4hnlich wie bei den Mennoniten in Paraguay, wird auch hier noch Deutsch gesprochen. Rainer und Josi zeigen uns das Dorf, ja ich darf sogar auf Roco ihrem Pferd reiten. Nach anf\u00e4nglichen Schwierigkeiten gebe ich aber auf. Es ist eben doch nicht ganz so einfach wie ich es mir vorgestellt habe, vor allem habe ich Probleme mit dem \u201eBremsen\u201c bei Roco. Bei \u201eOma Fast\u201c, wie sie die verwitwete \u00e4ltere Dame liebvoll nennen, werden wir zum schlafen einquartiert. Rainer mu\u00df am n\u00e4chsten Tag zur Untersuchung seines l\u00e4dierten Knies, &#8211; welches ihm vor einiger Zeit ein Pferd zuf\u00fcgt hat &#8211; nach Argentinien zur Untersuchung ins Krankenhaus.<\/p>\n<div id=\"attachment_183\" style=\"width: 610px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild6josimichaelaunddiekinder.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-183\" src=\"http:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild6josimichaelaunddiekinder.jpg\" alt=\"... Josi, Michaela und die Kinder\" title=\"... Josi, Michaela und die Kinder\" width=\"600\" height=\"390\" class=\"size-full wp-image-183\" srcset=\"https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild6josimichaelaunddiekinder.jpg 600w, https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild6josimichaelaunddiekinder-300x195.jpg 300w, https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild6josimichaelaunddiekinder-461x300.jpg 461w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-183\" class=\"wp-caption-text\">... Josi, Michaela und die Kinder<\/p><\/div>\n<p>Es spricht sich schnell im Dorf herum, da\u00df zwei Deutsche hier sind. Ja es ist sogar eine kleine Attraktion, denn nur selten verirren sich Fremde in diese verschlafene Ecke. Verschlafen meine ich positiv, denn hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Nicht selten begegnet man Fahrzeuge, die mehr als 60 Jahre alt sind. Auch hier ist ein Pferd \u2013 wie in fast allen s\u00fcdamerikanischen L\u00e4ndern \u2013 das nat\u00fcrlichste und h\u00e4ufigste Fortbewegungsmittel. Am Nachmittag sind wir von Armin zum Kaffee eingeladen. Die Einladungen gehen weiter. Am anderen Tag l\u00e4dt uns noch mal Armin in ein Restaurant im nahe gelegenen Young zum Mittagessen ein. Am Abend sind wir dann von Elsa und Harry, einer jungen Familie mit zwei Kindern, zum Pizzaessen eingeladen. Harry hat die Schmiede seines Vaters \u00fcbernommen. Heute ist die Schmiede mehr eine Werkstatt f\u00fcr Landmaschinen. Es ist f\u00fcr uns sehr interessant zu h\u00f6ren, wie es damals war als 1948 ihre Eltern hierher kamen und das Land besiedelten. Viele von ihnen leben heute nicht mehr und die Kinder haben mittlerweile selbst schon wieder Kinder aber es wird immer noch deutsch gesprochen, deutsch gedacht und deutsch gelebt. Die Deutschen haben dann auch meist untereinander geheiratet und sind gr\u00f6\u00dftenteils unter sich geblieben. Mittlerweile k\u00f6nnen auch fast alle hier die Deutsche Welle im Fernsehen empfangen und einen Computer mit Internet-Anschlu\u00df gibt es auch f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit. Nicht zuletzt durch das Knowhow von Rainer, der ihnen die Satellitensch\u00fcsseln moniert und ihnen in Sachen Internet zur Seite steht. Ja, Rainer werden wir nicht mehr sehen, denn das Krankenhaus hat ihn gleich zur Operation dort behalten und wir haben nicht mehr die Zeit l\u00e4nger zu bleiben.<br \/>\nJede Reise geht mal zu Ende, auch unsere, zumindest hier in S\u00fcdamerika. Wir w\u00e4ren gerne noch l\u00e4nger auf diesem wundersch\u00f6nen Kontinent geblieben, aber die Reisekasse meldet \u201eEbbe\u201c. So hei\u00dft es also jetzt, alles f\u00fcr die R\u00fcckkehr nach Europa zu organisieren und danach werden wir uns Gedanken machen, was wir nach unserer R\u00fcckkehr nach Europa machen werden, wollen, k\u00f6nnen&#8230;.. .<br \/>\nAm n\u00e4chsten Tag machen wir uns auf den Weg in die Hauptstadt Montevideo wo wir unsere Flugtickets in der Deutsche Botschaft abholen.<\/p>\n<div id=\"attachment_184\" style=\"width: 610px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild7skyline.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-184\" src=\"http:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild7skyline.jpg\" alt=\"... Skyline von Montevideo-Uruguay\" title=\"... Skyline von Montevideo-Uruguay\" width=\"600\" height=\"148\" class=\"size-full wp-image-184\" srcset=\"https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild7skyline.jpg 600w, https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild7skyline-300x74.jpg 300w, https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild7skyline-500x123.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-184\" class=\"wp-caption-text\">... Skyline von Montevideo-Uruguay<\/p><\/div>\n<p>Unseren VW-Bus von Montevideo nach Hamburg zu verschiffen w\u00e4re zu sch\u00f6n gewesen. Die Rederei macht uns Probleme. Sie verlangt von uns, da\u00df wir einen Spediteur beauftragen, der f\u00fcr uns den ganzen Transport abwickelt. Dies kostet nat\u00fcrlich wieder extra. Und das nicht wenig. So beschlie\u00dfen wir, dass wir noch mal nach Argentinien fahren und unseren VW-Bus von Buenos Aires aus verschiffen. Von hier aus k\u00f6nnen wir alles selbst erledigen und bei unserem Fahrzeug solange bleiben bis der Container verschlossen ist. Es handelt sich hier um die gleiche Rederei wie in Uruguay, nur eben ein anderes B\u00fcro in einem anderen Land. Es ist zwar f\u00fcr uns ein enormer Zeitaufwand, zumal wir wieder nach Montevideo zur\u00fcck m\u00fcssen da unser Flug von Montevideo nach Frankfurt gebucht ist, aber es kommt uns wesentlich g\u00fcnstiger. Also auf nach Argentinien. Bevor wir mit der F\u00e4hre von Colonia nach Buenos Aires \u00fcbersetzen, verbringen wir noch zwei Tage auf einer Estancia. Dies war nicht wirklich geplant \u2013 was war schon geplant, seitdem wir unterwegs sind \ud83d\ude42 &#8211; aber in Argentinien ist morgen ein Feiertag und die Zollbeh\u00f6rden arbeiten erst \u00fcbermorgen wieder. Wir haben die F\u00e4hre vorgebucht; zwecks des Feiertags haben viele Argentinier das verl\u00e4ngerte Wochenende zu einen Kurzurlaub nach Uruguay genutzt und die F\u00e4hre ist ausgebucht. Wir bekommen zum Gl\u00fcck den letzten Platz auf der F\u00e4hre. Um 2:00 Uhr morgens brechen wir auf nach Colonia, da das F\u00e4hrschiff bereits um 4:30 Uhr ablegt. Zuvor m\u00fcssen noch die ganzen Aus- und Einreise- sowie die Zollformalit\u00e4ten erledigt werden. Zum 15. Mal \u00fcberqueren wir nun eine Staatsgrenze auf unserer S\u00fcdamerika-Reise und diese ist die Einfachste. In f\u00fcnf Minuten ist alles erledigt. Der Flu\u00df \u201eRio de la Plata\u201d ist bei Colonia so breit, dass das F\u00e4hrschiff zur \u00dcberfahrt nach Buenos Aires drei Stunden ben\u00f6tigt. Rechtzeitig zum Sonnenaufgang treffen wir im Hafen von Buenos Aires ein. In Buenos Aires haben wir auf Grund des Feiertags kaum eine Chance noch ein Hotelzimmer zu bekommen. Die wenigen Campingpl\u00e4tze, die es in der Stadt und im Umland gibt, sind im S\u00fcd-Winter geschlossen. Auf dem Weg durch die Stadt sehen wir einige Milit\u00e4rcamping und \u00fcberlegen ob wir fragen sollen. Wir wagen es. Michaela steigt aus und fragt den Milit\u00e4rposten welcher am Eingang mit seinem Maschinengewehr steht. Er l\u00e4chelt in einer etwas sonderbaren Art und Weise und sch\u00fcttelt den Kopf. Na gut dann eben nicht. So hat Michaela eine weitere Idee und wir fahren zum Yachtclub Olivos, wo auf einem bewachten Gel\u00e4nde die Boote der Mitglieder stehen. Wir sagen, dass wir aus Hamburg kommen und dort Mitglieder des Yacht und Kanu-Clubs sind und fragen, ob es nicht die M\u00f6glichkeit gibt hier zu \u00dcbernachten. Der Wachmann holt einen Verantwortlichen des Yachtclubs und wir werden freundlich aufgenommen. Wir haben sogar hei\u00dfe Duschen. Seit drei Wochen frieren wir nun schon durch das nasskalte Winterwetter, das f\u00fcr hiesige Verh\u00e4ltnisse auch nicht normal ist. Unsere Standheizung l\u00e4uft ebenfalls seit Wochen auf Hochbetrieb. Heute Nachmittag dann der H\u00f6hepunkt. Es beginnt zu Schneien. 1918 hat es zum letzten mal in Buenos Aires geschneit und das ist immerhin vor 89 Jahre gewesen. F\u00fcr uns ist es kein Trost bei diesem historischen Ereignis dabei zu sein, wir freuen uns eher schon auf den europ\u00e4ischen Sommer. Am n\u00e4chsten Morgen geht es erstmal per Taxi zum B\u00fcro von Hamburg-S\u00fcd. Der Taxifahrer ist sehr nett und versucht uns so etwas wie ein Fremdenf\u00fchrer zu sein. Immer wieder deutet er nach rechts oder links und erkl\u00e4rt was wir hier sehen. Als wir an dem \u201eMilit\u00e4rcamping\u201c von gestern vorbeikommen sagt er: \u201eUnd das ist eines der wichtigsten und bedeutendsten Gel\u00e4nde in Buenos Aires, hier wohnt unser Staatspr\u00e4sident Kirchner mit seiner Familie\u201c. Tja, wir k\u00f6nnen jetzt schlecht lachen obwohl wir beide ein irrsinniges Zucken um die Mundwinkel versp\u00fcren, zumindest wissen wir jetzt warum der Milit\u00e4rposten f\u00fcr unsere Begriffe etwas sonderbar gel\u00e4chelt hatte. Im B\u00fcro von Hamburg S\u00fcd angekommen wird uns noch einmal der Ablauf der Verschiffung erkl\u00e4rt. Auch erfahren wir, dass sich die argentinische Zollbeh\u00f6rde zus\u00e4tzlich zu den bestehenden H\u00fcrden, eine neue H\u00fcrde einfallen hat lassen um die Touristen zu \u00e4rgern. Wir m\u00fcssen bei einem Notar unsere Reisep\u00e4sse beglaubigen lassen, dass diese echt sind und nicht gef\u00e4lscht. Diese Verordnung gibt es seit zwei Monaten und was das f\u00fcr einen Sinn haben soll, bleibt uns ein R\u00e4tsel. Als wir bei der Zollbeh\u00f6rde ankommen, sagt man uns und der Schlange die bereits vor uns wartet, dass der Computer nicht funktionier und heute keine Antr\u00e4ge mehr bearbeitet werden k\u00f6nnen. Wir sollen morgen wieder kommen, vielleicht funktionieren ja die Computer bis dahin wieder. Das sind ja tolle Aussichten.<\/p>\n<div id=\"attachment_185\" style=\"width: 610px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild8aufdemgelaendedesyachthafens.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-185\" src=\"http:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild8aufdemgelaendedesyachthafens.jpg\" alt=\"... auf dem Gel\u00e4nde des Yachthafens von Olivos bereiten wir unseren VW-Bus zum Verschiffen vor\" title=\"... auf dem Gel\u00e4nde des Yachthafens von Olivos bereiten wir unseren VW-Bus zum Verschiffen vor\" width=\"600\" height=\"386\" class=\"size-full wp-image-185\" srcset=\"https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild8aufdemgelaendedesyachthafens.jpg 600w, https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild8aufdemgelaendedesyachthafens-300x193.jpg 300w, https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild8aufdemgelaendedesyachthafens-466x300.jpg 466w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-185\" class=\"wp-caption-text\">... auf dem Gel\u00e4nde des Yachthafens von Olivos bereiten wir unseren VW-Bus zum Verschiffen vor<\/p><\/div>\n<p>Die Zeit l\u00e4uft uns davon, denn wir haben bereits unseren R\u00fcckflug gebucht. Mit neuer Hoffnung sind wir am anderen Morgen bereits Eineinhalbstunden vor \u00d6ffnung des Zollb\u00fcros vor Ort um nicht irgendwo hinten in der Warteschlange zu stehen. Wir sind aber nicht die Ersten. Jeder wartet gespannt bis die T\u00fcr aufgeht und hofft, da\u00df der Zollbeamte mit positiver Nachricht erscheint. Die Computer gehen wieder, uns f\u00e4llt ein Stein, nein ein Felsbrocken vom Herzen. Nun z\u00e4hlt jede Minute. Wenn wir heute nicht unseren VW-Bus in den Container bringen, haben wir ein riesiges Problem. Nach einer Stunde haben wir alle n\u00f6tigen Stempel und Unterschriften &#8211; bis auf eine, die des obersten Zollchefs und der kommt nicht vor 14:30 Uhr ins B\u00fcro. Wir diskutieren mit den Zollbeamten und erkl\u00e4ren ihnen unser Problem, aber das interessiert sie nicht. Den Verladetermin, den wir mit Hamburg-S\u00fcd vereinbart haben, m\u00fcssen wir nun zum zweiten Mal verschieben. Hamburg-S\u00fcd kommt uns entgegen und gibt uns f\u00fcr heute nachmittag noch einen Verladetermin. Wir m\u00fcssen jedoch sp\u00e4testens um 18:00 Uhr unseren VW-Bus in der \u201eKiste\u201c haben, denn dann gehen die Arbeiter nach Hause. Um 15:00 Uhr haben wir Gott sei Dank auch die Unterschrift des Zollchefs und machen uns auf dem Weg zum Zollhafen, der im S\u00fcden der 14 Millionenstadt, am Rande der Elendsviertel liegt. Nun hei\u00dft es sich nur nicht zu verfahren. Verfahren &#8211; gesagt, getan. Zum Gl\u00fcck steht am Stra\u00dfenrand ein Polizeiauto. Die Polizisten weisen uns den Weg zum Container-Terminal von Exalgon, wo sich der Zollhafen befindet. Ignazius ,ein junger Mitarbeiter von Exalgon hilft uns bei der Abwicklung der Verlade- u. Zollpapiere. Kurz vor 18:00 Uhr steht unser VW-Bus im Container. Der Container wird verriegelt und vom Zollbeamten verplombt . Geschafft !!! Nun m\u00fcssen wir ins Stadtzentrum zur\u00fcck um uns f\u00fcr morgen Fr\u00fch noch ein Ticket f\u00fcr die \u00dcberfahrt mit dem Schiff nach Montevideo-Uruguay zu besorgen. Wie kommen wir nun ins Stadtzentrum zur\u00fcck? Es ist bereits dunkel geworden und die meisten Taxis von Buenos Aires lehnen es ab, nach Anbruch der Dunkelheit in diese unsichere Gegend zu fahren, in dem der Container-Hafen liegt. Ignazius ist es wieder der uns hilft. Er organisiert uns einen Fahrer der uns im Auto des Securityservice in einen sicheren Stadtteil bringt, wo wir dann problemlos in ein Taxi umsteigen. Wir kaufen uns die Schiffstickets und lassen uns in unser Hotel zur\u00fcckbringen. Total erschlagen aber zufrieden fallen wir heute in unsere Hotelbetten. Am n\u00e4chsten Morgen geht es mit dem Tragfl\u00e4chenboot \u00fcber den Rio de la Plata nach Montevideo. Um uns diese Stadt anzuschauen haben wir eigentlich zwei Tage eingeplant. Aufgrund der Verz\u00f6gerungen durch den argentinischen Zolls bleibt uns nun nur noch ein Tag. Zu Fu\u00df erkunden wir die Innenstadt, aber ehrlich gesagt, keiner hat mehr so richtig Lust. Gedanklich haben wir beide mit den von uns besuchten L\u00e4ndern S\u00fcdamerikas abgeschlossen. Am Abend gehen wir ein letztes mal Asado-Essen und lassen das Erlebte und die vielen Menschen die wir die letzten sieben Monate kennenlernen durften, Revue passieren.<\/p>\n<div id=\"attachment_186\" style=\"width: 610px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild9blickausunseremhotelzimmerr.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-186\" src=\"http:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild9blickausunseremhotelzimmerr.jpg\" alt=\"... Blick aus unserem Hotelzimmer in Montevideo\" title=\"... Blick aus unserem Hotelzimmer in Montevideo\" width=\"600\" height=\"390\" class=\"size-full wp-image-186\" srcset=\"https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild9blickausunseremhotelzimmerr.jpg 600w, https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild9blickausunseremhotelzimmerr-300x195.jpg 300w, https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild9blickausunseremhotelzimmerr-461x300.jpg 461w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-186\" class=\"wp-caption-text\">... Blick aus unserem Hotelzimmer in Montevideo<\/p><\/div>\n<p>P\u00fcnktlich zu unserem Abflug regnet es in Str\u00f6men. Die brasilianische Fluggesellschaft TAM bringt uns zun\u00e4chst nach Buenos Aires wo wir mit der Alitalia weiter nach Rom fliegen. Nach 14 Stunden Flugzeit landen wir aus dem s\u00fcdamerikanischen Winter kommend im europ\u00e4ischen Sommer. Jetzt wissen wir auch wo die Sonne die ganze Zeit war. Mit voller Power empf\u00e4ngt sie uns. Unsere Winterklamotten sind nun \u00fcberfl\u00fcssig. Noch mal zwei Stunden Flugzeit bis Frankfurt. Als wir \u00fcber S\u00fcdtirol fliegen und unser Blick nach unten \u00fcber die Bergwelt schweift, denken wir an Sepp, den 72 J\u00e4hrigen Globetrotter und Bergsteiger aus \u00d6sterreich den wir unterwegs \u00f6fter mal trafen und der zu uns sagte \u201e wisst ihr, ich war schon auf vielen Bergen dieser Welt, aber die sch\u00f6nsten Berge sind die Alpen\u201c. Wie wahr, die Alpen sind wirklich wundersch\u00f6n&#8230;..<\/p>\n<div id=\"attachment_187\" style=\"width: 610px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild10dolomiten.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-187\" src=\"http:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild10dolomiten.jpg\" alt=\"... Dolomiten von oben, wie wundersch\u00f6n doch unsere Erde ist\" title=\"... Dolomiten von oben, wie wundersch\u00f6n doch unsere Erde ist\" width=\"600\" height=\"347\" class=\"size-full wp-image-187\" srcset=\"https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild10dolomiten.jpg 600w, https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild10dolomiten-300x173.jpg 300w, https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild10dolomiten-500x289.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-187\" class=\"wp-caption-text\">... Dolomiten von oben, wie wundersch\u00f6n doch unsere Erde ist<\/p><\/div>\n<p>Die Maschine von Alitalia landet p\u00fcnktlich in Frankfurt. Ein Empfangskomitee wartet bereits in der Ankunftshalle, davon wissen wir nat\u00fcrlich bis zu diesem Zeitpunkt noch nichts. Michaelas Eltern, Christian und Lydia, Michaelas Bruder mit Frau, sind seit 5:00 morgens unterwegs und wollen uns \u00fcberraschen. Da sie nach einer Stunde nach Ankunft unseres Flugzeugs uns immer noch nicht zu Gesicht bekommen, werden sie langsam nerv\u00f6s. Was ist passiert? Unser Gep\u00e4ck ist irgendwo zwischen Montevideo und Frankfurt h\u00e4ngen geblieben. Deshalb m\u00fcssen wir erstmal bei Alitalia unseren Verlust melden. Da wir nicht die einzigen sind die ohne Gep\u00e4ck angekommen sind, dauert dies eine geraume Zeit. Zum Gl\u00fcck gibt es das gute alte Handy noch. Nach Monaten schaltet Michaela zum ersten mal wieder ihr Handy ein und siehe da ein Meldung: \u201eWir warten in Halle B2\u201c. Was f\u00fcr eine riskante und gelungene \u00dcberraschung. Mit Sekt, frischen Brezn und Bayerischem Bier werden wir empfangen .\u201c SCHEE DASS WIEDA DAHOAM SADS\u201c (Sch\u00f6n, dass ihr wieder zu Hause seid) steht auf einem Transparent. Sch\u00f6ner kann ein Empfang nicht sein. Wir sind \u00fcberw\u00e4ltigt und die Tr\u00e4nen des Gl\u00fccks flie\u00dfen ungehemmt bei Michaela. Wir k\u00f6nnen einfach nur noch mal DANKE sagen.<\/p>\n<div id=\"attachment_188\" style=\"width: 610px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild11sektempfang.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-188\" src=\"http:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild11sektempfang.jpg\" alt=\"... Sektempfang am Frankfurter Flughafen\" title=\"... Sektempfang am Frankfurter Flughafen\" width=\"600\" height=\"388\" class=\"size-full wp-image-188\" srcset=\"https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild11sektempfang.jpg 600w, https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild11sektempfang-300x194.jpg 300w, https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild11sektempfang-463x300.jpg 463w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-188\" class=\"wp-caption-text\">... Sektempfang am Frankfurter Flughafen<\/p><\/div>\n<p>Au\u00dfer unseren beiden Familien m\u00f6chten wir noch einmal allen danken die uns auf unserer Reise unterst\u00fctzt haben und nat\u00fcrlich f\u00fcr Euer Interesse an unserem Reisetagebuch. Was wir momentan machen werden, wissen wir noch nicht so genau. Weiter reisen, sesshaft werden \u2013 keine Ahnung. Wir haben in den letzten beiden Jahren vieles gelernt, was wir ohne den Entschlu\u00df alles aufzugeben, nie erfahren h\u00e4tten. Allen voran: Man plant, man hat eine Idee, eine Vision und das Leben lehrt einen: lebe das Leben, geniesse und lebe im Jetzt und im Hier, alles andere ist nicht in Deiner Hand.<br \/>\nGeld ist nat\u00fcrlich ein Faktor den auch wir nicht in unserer Welt und in unserer Zeit untersch\u00e4tzen, denn auch wenn ein ausgefeilter Plan letztendlich nichts n\u00fctzt, in unserer Zeit braucht man f\u00fcr alles Geld. Deshalb werden wir erstmal wieder arbeiten aber was, wo und wie das sehen wir dann. Wir versuchen in den n\u00e4chsten Tagen erstmal geistig anzukommen und unsere Gedanken zu ordnen und Ideen zu finden, vielleicht auch wo und wie wir arbeiten k\u00f6nnen. Auf jeden Fall melden wir uns bei Euch wieder.<br \/>\nAch ja unter der Rubrik \u201eMenschen\u201c stellen wir Euch noch mal einige von vielen Menschen\/ Freunden vor, die wir auf unseren beiden Reisen \u201eNordeuropa\u201c und \u201eS\u00fcdamerika\u201c kennengelernt haben. Und denkt an den irischen Spruch der auf der Anfangseite unserer Homepage steht<\/p>\n<p><strong>\u201e ES GIBT KEINE FREMDEN, NUR FREUNDE, DIE MAN NOCH NICHT KENNT\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Michaela und Raimund<br \/>\nZum Abschlu\u00df nochmals unsere gesamte Reiseroute in S\u00fcdamerika<\/p>\n<p><div id=\"attachment_189\" style=\"width: 610px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild12karte.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-189\" src=\"http:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild12karte.jpg\" alt=\"Reiseroute\" title=\"Reiseroute\" width=\"600\" height=\"609\" class=\"size-full wp-image-189\" srcset=\"https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild12karte.jpg 600w, https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild12karte-295x300.jpg 295w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-189\" class=\"wp-caption-text\">Reiseroute<\/p><\/div><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem wir das Regenwaldgebiet verlassen haben und bereits zwei Tagen nach S\u00fcden in Richtung Paraguayische Grenze unterwegs sind, l\u00e4sst auch das feucht tropische Klima endlich nach. Wir befinden uns wieder in einer Region mit gem\u00e4\u00dfigten Temperaturen. Aber die n\u00e4chste extreme &hellip; <a href=\"https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/?p=177\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-177","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-reisetagebuch-travel-diary"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/177","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=177"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/177\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":193,"href":"https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/177\/revisions\/193"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=177"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=177"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.windrose-unterwegs.com\/berichte\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=177"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}